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Feine Gesundheitstipps - Zucker, die süße Verführung

Zucker, die süße Verführung - Gesundheitsfeind Nr. 1?

Zurzeit wird Zucker – nach dem Tabak – als neuer Gesundheitsfeind Nr. 1 gehandelt.

Doch ist er wirklich so schädlich wie sein aktueller Ruf?


© Foto: Brooke Lark / Unsplash

Fest steht: Glukose (Traubenzucker) ist Benzin für Gehirn und Muskeln, ein Turbo-Energielieferant, ohne den sie nicht arbeiten können.

Allerdings ist es nicht empfehlenswert, Fruktose (Fruchtzucker) direkt aufzunehmen, denn um sie zu verarbeiten, benötigt der Körper kein Insulin. Der Fruchtzucker gelangt unmittelbar in die Leber. Wenn er dort nicht direkt verbraucht wird, verarbeitet sie ihn zu Fett, damit er nicht auskristallisiert.

So kann auch bei schlanken Menschen mit geringem Fett- und Alkoholkonsum eine Fettleber entstehen. Diese verursacht zwar zunächst keine Schmerzen, birgt jedoch ein hohes Risiko für Leberentzündungen, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Gute und schlechte Kohlenhydrate

Keine Sorge: Eine ausreichende Dosis Energie erhalten Sie – selbst wenn Sie auf Zucker in Kaffee oder Tee verzichten – über die Kohlenhydrate, die der Körper in Glukose umwandelt. Besser als weißes Getreide und Brot oder helle Nudeln sind allerdings komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder Gemüse, die er zuerst in ihre Bestandteile zerlegen muss.

Weißbrot, Croissants, Chips, Pfannkuchen, Pizza, Wein und Bier hingegen lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen. Sobald dieser wieder sinkt, kehrt die Lust auf Süßes zurück –

ein fataler Kreislauf.


Bärbel Sage

Süßes als Belohnung

Besonders in der kalten Jahreszeit ist die Versuchung groß: Glühwein, Plätzchen, Christstollen, süße Desserts nach üppigen Festessen und Neujahrskränze verführen uns zu – nicht immer maßvollem – Zuckerkonsum.

Doch auch im beruflichen Alltag sind Süßigkeiten eine schnelle Kompensation bei Stress und Frust, und wer belohnt sich nicht gerne mit einem Stück Kuchen oder sonstigen Leckereien? Aus den hieraus resultierenden Glücksgefühlen entstehen rasch psychische Abhängigkeiten, die zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen können.

Zuckerfalle Fertigprodukte

Was viele nicht wissen: Zucker versteckt sich nicht nur in Süßwaren, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln. Das im Mittelalter als »weißes Gold« entdeckte und ursprünglich der reichen adligen Schicht vorbehaltene Süßmittel ist für die Industrie ein beliebter Geschmacksverstärker geworden.

Es empfiehlt sich daher, beim Einkaufen die Zutatenliste auf den Verpackungen sorgfältig zu lesen! Sie werden entdecken: Drei von vier Produkten im Supermarkt enthalten Zucker – Fruchtsäfte, Limonaden, Obst und fast alle Fertiggerichte.


© Foto: Maja Petric/Unsplash

Die Empfehlung der DGE

Dies erklärt, warum in den vergangenen 30 Jahren der Zuckerkonsum der Weltbevölkerung um 43 Prozent stieg – mit verheerenden Konsequenzen für die Gesundheit: Übergewicht mit all seinen Folgeschäden (Cholesterinanstieg, Diabetes, Fettleber, Herz-Kreislauferkrankungen) sowie Karies.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fordert daher, die Zufuhr von freiem Zucker (Haushalts- und Fruchtzucker) auf 10 Prozent des Gesamtenergiebedarfs zu reduzieren. Und immer mehr Prominente »entsüßen« ihr Leben sogar durch den vollkommenen Verzicht auf Zucker – mit überraschend positiven Ergebnissen für ihr Gewicht, für die Fett- und Blutwerte und das allgemeine Wohlbefinden!


Detlef Brendel, Sven-David Müller Die Zucker-Lüge ISBN: 978-3-641-17967-0 Verlag: Ludwig
Anastasia Zampounidis Für immer Zuckerfrei ISBN: 978-3-431-03997-9 Verlag: Lübbe

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